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Feste, Feiern und Traditionen in Vietnam

Vietnam ist ein Land mit einer sehr heterogenen Bevölkerung und hat geschichtlich unter den verschiedensten Traditionen gestanden. Der Norden des Landes war lange Zeit unter chinesischem Einfluss, während der Süden von Indiens reicher Kultur beeinflusst wurde. Heute leben in Vietnam 54 offizielle ethnische Minderheiten, die unterschiedliche Sprachen, Bräuche und Traditionen pflegen.

Das wichtigste Fest für die Vietnamesen ist das Tet-Fest, das Neujahrsfest. Es ist ein Familienfest, so dass jeder Vietnamese versucht, an diesen Tagen nach Hause zu fahren. Vietnam ist zu keiner Zeit so ruhig wie an den drei Tet-Tagen. Viele Geschäfte und Restaurants sind geschlossen, der Verkehr so gut wie lahm gelegt. Man versammelt sich in seinem Heimatdorf, wo man mit der Familie zusammen feiert. Man ißt banh chung, einen Reiskuchen, der speziell für dieses Fest zubereitet wird. Kurz nach Mitternacht geht man zusammen in den nahe gelegenen Tempel, wo man um Glück bittet und sich ein Horoskop erstellen lässt. Die beiden weiteren Tet-Tage dienen dem Besuch von Angehörigen und Verwandten. Während Tet darf nichts Schlechtes passieren, denn sonst – so besagt es die Tradition – wird das gesamte Jahr unglücklich verlaufen. Kleinen Kindern gibt man Geldgeschenke. Dies symbolisiert Reichtum für das ganze Jahr. Auch der erste Besucher im neuen Jahr symbolisiert Glück oder Unglück.

Im Inneren der Jade Emperor Pagoda in Saigon
Im Inneren der Jade Emperor Pagoda in Saigon

Auch andere ethnische Minderheiten feiern ein Neujahrsfest. Die Khmer-Minderheit im Mekongdelta feiert dies im April. Im Hochland feiern die ethnischen Minderheiten wie Rhade, Ba Na oder Cham zur gleichen Zeit ihre Feste. Sie haben sich ihre eigenen Traditionen, die von denen der Vietnamesen sehr verschieden sind, bewahrt. Nimmt man alle Feiertage der ethnischen Minderheiten und auch der Vietnamesen zusammen, so findet sich für jeden Tag des Jahres irgendein Fest oder Brauchtum, das gefeiert wird.

Einen weiteren Höhepunkt im vietnamesischen Festkalender stellt Tet Trung Thu, das Mittherbstfest, dar. Es ist vor allem ein Fest für die Kinder, die in Drachenkostümen Tänze aufführen. Abends laufen sie mit Laternen durch die Straßen und erhalten von den Anwohnern kleine Geschenke und Süßigkeiten. Für das Tet Trung Thu wird extra der Mondkuchen gebacken, ein süßer Kuchen mit einem Ei im Teig verbacken (es gibt mehrere Varianten). Abends kommt es dann auf den Straßen zu Drachentänzen, bei denen die Kinder als große Drachen verkleidet, akrobatische Tänze aufführen. Es werden dann auch Feuerwerke verbrannt und Opfer gebracht. Tet Trung Thu ist eng mit dem Reisanbau verbunden, denn er stellt die Hochzeit der Reisernte dar (traditionell, heute gibt es in einigen Regionen drei Ernten im Jahr).

Betende Mönche in der Tu Dam Pagode
Betende Mönche in der Tu Dam Pagode

Zu den beliebtesten Festen und Traditionen der ethnischen Minderheiten gehören das Kate-Fest der Cham sowie das Drachenbootrennen in Soc Trang. Zu den neueren Traditionen gehören vor allem Valentinstag, Ostern, Halloween und Weihnachten. Es sind zwar keine traditionellen vietnamesischen Feiertage, aber sie werden von allen Vietnamesen mit größter Begeisterung zelebriert – meist mit typischem vietnamesischen Einfluss gepaart.

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Buddhistische „Feiertage“ sind der erste Tag des Monats sowie der 15. Tag. Nach dem Mondkalender ist der 15.Tag stets Vollmond. In der Altstadt von Hoi An wird deswegen jeden Monat das Laternenfest gefeiert. Vietnamesen stellen kleine Opfertische vor die Häuser mit Gaben für die Geister. Sie verbrennen Opfergeld und werfen kleine Bonbons auf die Straße, die von den Geistern dann nachts geholt werden. In Hoi An wird dies mit Gesang und Spielen verbunden. Buddhistische Feiertage wie Buddhas Geburtstag werden jedoch nur in den Tempeln gefeiert. Die Vietnamesen leben einen offenen Synkretismus aus Animismus, chinesischem Konfuzianismus und Buddhismus sowie Atheismus aus, der sich in einem Mangel an religiösen Feiertagen niederschlägt. Die offiziellen Feiertage Vietnams spiegeln denn auch mehr das politische Kalkül der Kommunistischen Partei wider, werden aber genauso wie alle anderen Tage auch von allen begeistert gefeiert.

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