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Religion und Kultur

Obwohl sich heute die große Mehrheit der Vietnamesen zu keinem Glauben bekennt und über 80% der Bevölkerung angibt Atheisten zu sein, wurde das spirituelle Leben der Vietnamesen maßgeblich von vier großen Religionen geprägt: dem Buddhismus, dem Konfuzianismus, dem Taoismus sowie dem Christentum.

Buddhismus, Konfuzianismus und Animismus

Jahrhundertelang vermischten sich Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus mit chinesischem Glauben sowie vietnamesischem Animismus. Etwa 8 Millionen Vietnamesen leben nach der buddhistischen Lehre. Hier hat der Theravada-Buddhismus den größten Einfluss. Geht es jedoch um familiäre und bürgerliche Pflichten folgen die meisten den moralischen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen des Konfuzianismus. Der Animismus und insbesondere auch der Ahnenkult beeinflussen zusätzlich das alltägliche Leben in Vietnam. Eine eher untergeordnete Rolle spielt in Vietnam der Katholizismus, der von den portugisischen Missionaren ins Land gebracht wurde. Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 5 Millionen Vietnamesen Katholiken, was etwa 6,8% der Gesamtbevölkerung ausmacht.

Gedenkstätte im Old Quarter von Hanoi
Gedenkstätte bzw. Schrein im Old Quarter von Hanoi

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Religiöse Minderheiten in Vietnam

Die Lehre des Cao Dai entstand im Jahre 1926 in Südvietnam. Der Spiritist Ngo Van Chieu gründete Cao Dai, um die östlichen und westlichen Religionen unter dem Dach einer Lehre zu vereinigen. „Cao Dai“ heißt soviel wie „der höchste Ort Gottes“. Die Anhänger glauben, dass die religiösen Grundprinzipien direkt von Gott übermittelt worden seien. Die Verehrung der Ahnen, Gewaltlosigkeit, eine vegetarische Lebensweise sowie das Ziel, sich nach dem Tod Gott im Himmel anzuschließen gehören zu den Grundprinzipien des Cao Dai. In Vietnam gibt es laut aktuellen Schätzungen etwa 2 bis 3 Millionen Anhänger der Cao Dai-Lehre. Die Hao Hao-Sekte ist eine auf dem Buddhismus basierende Sekte, die 1939 von Huynh Phu So gegründet wurde. Die Gründer der Sekte werden von den Anhängern als lebende Buddhas erachtet, die dazu bestimmt sind, die Menschheit zu erretten und Vietnam zu schützen. Statt die Religion in einem Tempel auszuüben, empfiehlt die Lehre der Hao Hao, dem Buddhismus zu Hause nachzukommen und das Geld, dass man eigentlich in den Bau von teuren Tempel gesteckt hätte, lieber den Armen zu spenden.

Die St. Josephs-Kathedrale im Zentrum von Hanoi
Die St. Josephs-Kathedrale im Zentrum von Hanoi

Die Hao Hao-Sekte ist heute eine offiziell anerkannte Religion, die etwa 2 Millionen Anhänger hat. In manchen Teilen des Mekong-Deltas gehören bis zu 90% der Bevölkerung  der Lehre der Hao Hao an. Der Islam wird ebenso wie der Hinduismus von der Minorität der Cham ausgeübt. Zurzeit gibt es ca. 60.000 Moslems in Vietnam, die ihre Religion allerdings recht isoliert von der restlichen muslimischen Welt ausüben. So wird beispielsweise nur freitags gebetet; der Ramadan dauert für die Moslems in Vietnam nur drei Wochen. Im Januar 2006 wurde eine durch Spenden von Saudi Arabien finanzierte Moschee in der südvietnamesischen Dong Nai-Provinz erbaut.

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