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Tourismus in Vietnam

Vietnam hat in den letzten Jahren einen in Südostasien unvergleichlichen Tourismus-Boom erlebt und in allen Regionen des Landes wird die Infrastruktur stark ausgebaut. Dies hängt natürlich auch mit der vietnamesischen Geschichte zusammen: Während sich in Thailand, Malaysia oder auf der indonesischen Ferieninsel Bali über viele Jahre hinweg der Massentourismus entwickelte, blieben das kommunistische Vietnam und seine Nachbarländer Laos und Kambodscha relativ abgeschottet hinter dem Eisernen Vorhang. Durch das politische Tauwetter der letzten 10-15 Jahre setzte ein touristischer Ansturm ein, der dem Land jedes Jahr neue Besucherrekorde beschert.

Vietnam und seine Strände

Konnten Vietnam-Besucher vor einigen Jahren noch endlose paradiesische Palmenstrände ganz in Ruhe genießen, sind mittlerweile zahllose Hotels und Resorts entstanden, die den internationalen Massentourismus  mit sich bringen. Besonders betroffen ist die südöstlich gelegene Stadt Nha Trang und der berühmte Cua Dai Beach (China Beach) zwischen Da Nang und Hoi An, die beide von der Nähe zu Flughäfen profitieren. Der Flughafen von Nha Trang wurde während des Vietnamkriegs als Cam Ranh Air Base von den Amerikanern gegründet und in den letzten Jahren zu einem Tourismus-Flughafen ausgebaut, der u.a. von Charterflügen aus Russland (Moskau, Wladiwostok, Baikal) angeflogen wird.

Ende 2012 wurde auch der neue internationale Flughafen auf der Insel Phu Quoc fertiggestellt, der bis zu 7 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen kann und Platz für große Maschinen wie die Boeing 747 und den Airbus A350 bietet. Die vietnamesische Regierung will hier ganz bewusst auf den internationalen Massentourismus setzen und die bisher beschauliche Insel nahe der kambodschanischen Grenze in ein vietnamesisches Phuket verwandeln.

Nicht alle Strandabschnitte von Phu Quoc sind so verlassen wie dieser....
Nicht alle Strandabschnitte von Phu Quoc sind so verlassen wie dieser….

Natürlich kann es den Vietnamesen niemand verdenken, dass auch sie am „Touristen-Dollar“ teilhaben wollen und es wird immer noch viele ruhige Strände fernab des Rummels geben und doch ist die Entwicklung – häufig auf Kosten der Natur – eher bedenklich.

Die Auswirkungen des Tourismus

Der mangelnde Respekt vor Flora und Fauna macht sich noch stärker in den Naturschutzgebieten des Landes bemerkbar. Die vietnamesische Natur hatte schon während des Vietnamkriegs stark gelitten, als die amerikanische Luftwaffe Entlaubungsmittel wie das berüchtigte „Agent Orange“ weitflächig versprühte und noch heute haben sich viele Waldflächen nicht davon erholt. Dazu kommen moderne Plagen wie die Wilderei, der illegale Handel mit Tropenhölzern und nachlässige Touristen, die ihren Müll in der Natur zurücklassen. Seit 2011 gelten die javanesischen Nashörner in Vietnam als ausgestorben, nachdem ihr letzter Lebensraum durch ein Wasserkraftwerk zerstört wurde.

Hier bleibt zu hoffen, dass man vom Nachbarland Laos lernt und auf einen sanften Eco-Tourismus setzt, der die natürliche Pracht des Landes und die Artenvielfalt schützt, statt sie weiterhin gnadenlos auszuplündern.

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Vietnams Städte

Vietnam ist schon aufgrund seiner besonderen geografischen Lage ein beliebtes Ziel für Rundreisen, die von Hanoi im Norden nach Saigon im Süden führen oder umgekehrt. Die beiden großen Metropolen des Landes begeistern mit vielfältigen Sehenswürdigkeiten, spannenden Ausflugszielen und einem ausgesprochen günstigen Preis-Leistungsverhältnis. Das gleiche gilt für weitere historisch bedeutende Orte wie Hue und Hoi An, die beide zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen, das faszinierende Mekong Delta und die abgelegenen Regionen der ethnischen Minderheiten wie zum Beispiel im Sapa Valley im Nordwesten. Hier zu reisen ist zugleich relativ sicher, so dass viele Menschen auch auf eigene Faust mit dem Mietwagen oder auf Motorrädern durch das Land fahren können, oder zu mehrtägigen Trekking-Touren aufbrechen.

Vermutlich wird Vietnam in einigen Jahren auf dem gleichen Stand sein wie Thailand und eine Mischung für jedermann anbieten: Komfortablen Massentourismus an den Stränden für alle, die eigentlich nur am Strand liegen und sich gar nicht mit dem Gastland auseinander setzen wollen, spannende Rundreisen für alle, die an Kultur, Natur und Geschichte interessiert sind, Trekking-Tourismus für Abenteuerlustige und preisgünstige Angebote für Backpacker.

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