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Vietnam heute

Der wirtschaftliche Erfolg des Doi Moi-Programms, das 1986 eingeführt wurde, hat aus Vietnam eine moderne, aufstrebende Gesellschaft gemacht. Der Glanz der modernen Wirtschaftsmetropole Saigon mit ihren Wolkenkratzern darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass Vietnam noch immer ein sozialistisch regiertes Land ist, in dem die ganze Macht beim Staat liegt.

Durch die langen Kriege der letzten Jahrzehnte und einer Bevölkerungsexplosion in den 80er Jahren besitzt Vietnam heute eine sehr junge Bevölkerung, von der 65% unter 30 Jahre alt ist. Mit rund 90 Millionen Einwohnern liegt Vietnam auf dem 13. Platz der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Dies veranlasste die vietnamesische Regierung dazu, nach chinesischem Vorbild eine „Zwei-Kind-Regelung“ einzuführen.

Korruption gehört nach wie vor zu den größten Problemen der vietnamesischen Gesellschaft. In der jährlichen Statistik von Transparency International liegt Vietnam auf einem bescheidenen 116. Platz unter 177 untersuchten Ländern und damit knapp hinter Thailand (102), aber noch immer weit vor den Nachbarländern Laos (140), Myanmar (157) und Kambodscha (160). Auch mit der Pressefreiheit ist es in Vietnam nicht weit her – hier liegt das Land sogar nur auf dem 172. Platz von 179 Ländern – etwa gleich auf mit China.

Vietnam-Besucher werden davon in der Regel zwar nicht allzu viel mitbekommen, doch auch Touristen kann es treffen – wenn ein korrupter Polizist die Hand aufhält oder Facebook wieder einmal nicht zugänglich ist.

Das Verhältnis zu den USA heute: Von Feinden zu Freunden

Der Vietnamkrieg hat auf beiden Seiten tiefe Wunden hinterlassen. Eine entscheidende Bedeutung kam dem Besuch des US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton in Vietnam 25 Jahre nach dem Kriegsende im Jahr 2000 zu. Schon 1994 hatten die USA ihr seit 1960 geltendes Handelsembargo aufgehoben und der vietnamesischen Wirtschaft einen großen Schub verliehen. In den letzten Jahren stieg auch die Zahl der amerikanischen Touristen in Vietnam, darunter viele Veteranen, die noch einmal an die alten Kriegsschauplätze zurückkehren und innere Aussöhnung mit dem Krieg suchten.

Schwieriger ist dagegen das Verhältnis zum großen Nachbarn China. Einerseits haben beide Länder Interesse an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit und profitieren voneinander, andererseits hat sich in den letzten Jahren der Konflikt um die von beiden Ländern beanspruchten Inselgruppen im Südchinesischen Meer verschärft.

Auch innerhalb von Vietnam gären lange unterdrückte Konflikte zwischen der vietnamesischen Regierung und den ethnischen Minderheiten, die sich gegen die Zwangsassimilation und die Unterdrückung ihrer Traditionen und Sprachen wehren.

Wirtschaftsmacht Vietnam

Vietnam ist Mitglied der Welthandelsorganisation und der ASEAN („Association of Southeast Asian Nations“), die eine wirtschaftliche, politische und soziale Zusammenarbeit in der Region nach dem Vorbild der EU anstrebt. Nach jahrelangem starkem Wirtschaftswachstum musste sich Vietnam 2013 zum ersten Mal mit einem Rückgang der Investitionen und einer nachlassenden Dynamik beschäftigen. War der Export ins Ausland 2011 noch um 34 Prozent gestiegen, betrug das Wachstum 2012 nur noch 18 Prozent. Auch von einer Immobilienblase ist die Rede und von leerstehenden Luxusapartments in Saigon, während die Banken auf faulen Krediten sitzen. Wirtschaftsexperten fordern drastische Reformen des Ein-Parteien-Systems und eine Bekämpfung der  allgegenwärtigen Korruption, damit das Land seine wirtschaftliche Erfolgsstory fortsetzen kann.

Das Leben in Vietnam auch mal ruhiger angehen lassen...
Das Leben in Vietnam auch mal ruhiger angehen lassen…

Das Bruttoinlandsprodukt von Vietnam

Da Vietnam bis vor wenigen Jahren noch ein fast ausschließlich durch Agrarwirtschaft geprägtes Land war, arbeiten noch heute etwa 65% in diesem Sektor. Allerdings stellt die Landwirtschaft nur einen Fünftel des Bruttoinlandsprodukts dar. Hauptexportgüter sind Rohöl, Textilien und Bekleidung sowie Schuhe, aber auch landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Meeresfrüchte, Fisch, Reis und Kaffee. Im Jahr 2008 war Vietnam der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Natürlich spielt auch der Tourismus eine nicht unwichtige Rolle für den Staatshaushalt. Seit 1999 verzeichnet dieser Sektor einen enormen Zuwachs und Vietnam investiert fleißig in internationale Beachresorts, Hotels und Restaurants, um die Zahlen auch in Zukunft weiter voranzutreiben.

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